Geschützt: Der Fall Deathbook

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Geschützt: 30. September

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23. September 2013

Ich habe nicht viel Zeit, kann nicht lange hier bleiben. Ich muss mich bewegen. Solange ich mich bewege, lebe ich noch.

kaninchenER ist hinter mir. Ich kann seinen Atem in meinem Nacken spüren. Ich muss mich nicht umdrehen. Ich trage den Teufel Huckepack. Er sieht mir über die Schulter, bei allem, was ich tue. Er beobachtet, wartet auf den richtigen Zeitpunkt, stellt schon mal das Bild scharf. Er weiß schon wie. Er hat die nötigen Materialien gekauft, aufgebaut, getestet. Ein weiteres Video für seine Sammlung. Ich und er. Übermacht. Habe verloren. Bin verloren. Eine Mitgliedschaft für die Ewigkeit.

Glück ist aus. Überstrapaziert. Auch ein Kaugummi reist, wenn man es zu sehr in die Länge zieht.

Ein kleines Kaninchen, das sich flach auf die Erde presst. 280 Herzschläge pro Minute. Ich kann nicht so schnell tippen mit zitternden Finger. Nach jedem Wort die Umgebung scannen.

Mir bleibt nichts anderes übrig, als noch tiefer abzutauchen. Es reicht nicht. All das reicht nicht. Ich muss weg. Ganz. Von jetzt an seid ihr allein.

Die Recherchen an dieser Geschichte sind hiermit abgeschlossen. Es macht keinen Sinn mehr. Ich bin zu sehr ein Niemand, der zwar getan hat, was er konnte, zeitweise jedoch das Gegenteil seiner Absichten erreichte. Es ist zwecklos nach mir zu suchen. Versuchen Sie es nicht.

Mit letztem Gruße,
Einer, der es gut gemeint hat mit Ihnen.

20. September 2013

Trotz meiner maßlosen Enttäuschung und Wut über Sie – ja genau Sie und Sie und Sie und Sie auch – und obwohl die Vergangenheit gezeigt hat, dass es mir wiederholt nicht gelungen ist, Sie vor ihrer eigenen Dummheit zu schützen, sehe ich es als meine Pflicht an, zu Ihrer Sicherheit noch einmal ein paar Verhaltensregeln zu formulieren.

Ich bitte Sie darum diese einzuhalten, Sie soweit es geht zu teilen und zu verbreiten und ggf. zu ergänzen. Nur so können Sie mir und sich selbst helfen. Um es noch einmal deutlich zu sagen: ich weiß nicht, wie lange ich noch in der Lage sein werde, Sie zu warnen.

Regelliste zum Schutz der eigenen Sicherheit in der On- und Offline-Welt:

–       Zahlen Sie immer in bar
–       Halten Sie sich von Dänen, dänischen Produkten und dem Land Dänemark fern
–       Öffnen Sie keine Briefe
–       Gehen Sie nicht auf Partys
–       Meiden Sie Sackgassen
–       Ignorieren Sie Flötenspieler
–       Verlaufen Sie sich unter keinen Umständen zwischen schwarzen und weißen Punkten
–       Sehen Sie sich keine Internetvideos an (auch nicht mit Katzen)
–       Werden Sie auf keinen Fall Mitglied
–       Tun Sie nichts, was den Tod auf Sie aufmerksam macht
–       Kein Geocashing
–       Zerstören Sie ihre Telefone
–       Ärzten ist nicht zu trauen
–       Bedenken Sie: Sie haben vermutlich keine 3 Leben
–       Google Sie nicht den Tod, das „Deathbook“ oder den Namen Anima Moribunda
–       Kein Seiltanzen
–       Nehmen Sie Luigi mit
–       Versuchen Sie erst gar nicht Ihren Kontoauszugsdrucker zu manipulieren
–       Vermeiden Sie Friseur- und Zahnarztbesuche
–       Setzen Sie sich auf keinen Stuhl, von dem Sie nicht ohne weiteres aufstehen können
–       Halten Sie sich von QR-Codes fern
–       Halten Sie immer nach dem nächsten Ausgang Ausschau
–       Halten Sie sich an Treppengeländern fest
–       Kochen Sie nicht mit Gas
–       Meiden Sie Überwachungskameras

Ich kann für nichts garantieren. Wer weiß, wo das endet. Viel Glück.

18. September 2013

Ihr habt sie doch nicht mehr alle. Ich riskiere meinen Arsch. Meine Tarnung. Mein Leben. Und ihr habt nichts Besseres zu tun, als genau das Gegenteil von dem zu machen, was ich sage? Wozu mache ich all das hier? Ignorantes, naives Pack! Ich fass es nicht. Fangt endlich an, das hier ernst zu nehmen!

Bald seid ihr selbst Protagonisten dieser Videos. Mit Fotos fängt es an:

idioten

idioten

Das ist nur der Anfang. Dabei wird es nicht bleiben. Wie kann man nur so dumm sein. Ich überlege ernsthaft, ob es noch Sinn macht, diesen Blog fortzuführen. Es ist frustrierend. Anstatt die Öffentlichkeit auf die Gefahr aufmerksam zu machen, spiele ich IHM neue Opfer zu. Und er delektiert sich daran, mich spüren zu lassen, wie überlegen er mir ist. „Die Neugier tötet die Katze“. Wenn es nicht so grausam wäre, müsste ich laut lachen! Was hattet ihr an diesem gottverlassenen Ort zu suchen?

Ich sehe sie schon vor mir, die neusten Videos. Eure neugierigen Gesichter schmerzverzehrt, gefoltert, im Todeskampf. Eure Augen! Es tut mir Leid, aber es wird User geben, die sich daran erfreuen. Ich bin keiner von ihnen. Ich gehörte zur anderen Seite. Dachte ich. Weil niemand auf mich hört, weiß ich kaum noch, wer ich bin.

13. September 2013

Es ist ein perverses Spiel, für das ER sich online Mitspieler sucht. Drei Leben vor dem Game Over. Wir sterben Offline, sehen es Online. Ich stehe mit einem Bein im Grab, aber ich spiele da nicht mit. Auf gar keinen Fall werde ich meinen Beitrag leisten. Vorher ziehe ich das andere Bein nach. Wenn das der einzige Weg ist, um aus dem Spiel auszuscheiden, dann freue ich mich über ein Game Over.

Dieser Blog ist mein einziges Sprachrohr zu Außenwelt. Das hier ist bei weitem die schwerste Aufgabe mit der ich bisher konfrontiert wurde. Ich wäre gerne Super Mario. Der hat wenigstens Luigi. ER steuert uns alle fern, lässt uns auf Abgründe zu rennen ohne die Jump-Taste zu drücken.

Ich bin müde, erkenne mich selbst kaum wieder. Der Mann am Computer mir gegenüber schielt immer wieder über seinen Bildschirm zu mir. In der hinteren Ecke des Raumes skypt ein Mann laut in einer arabischen Sprache. Ruhig.

Ich weiß nicht, wie er es immer wieder schafft, mich zu kontaktieren. Visitenkarten mit Koordinaten, die auf Orte verweisen, an denen ES passiert. So sehen sie aus:

visitenkarte

Sollten Sie auch eine solche Visitenkarte erhalten haben, gehen Sie unter keinen Umständen dort hin. Das hier ist KEIN Geocashing.

Er fixiert mich. Der Mann gegenüber. Ich muss weg. FOLGEN SIE KEINEN GEOKOORDINATEN!

12. September 2013

Das bin ich. Der Mann im Video. Ich habe es heute per Mail bekommen. Anonym, aber natürlich kenne ich den Absender. Schaut es euch an. Stellt euch vor, das wäret ihr. Jemand filmt euch, lässt euch wissen, dass er euch auf der Spur ist, aber schlägt nicht zu. Lauert auf den richtigen Moment, spielt mit seinem Fressen wie eine Katze. Gruselig, oder? Deswegen müsst ihr mir zuhören. Sonst geht es euch genauso. Es sind Psychospielchen, die funktionieren. Dass weiß das Arschloch. Ich brauche keinen Kontoauszugsdrucker, um zu wissen, dass mit wenig Zeit mir bleibt. So viel Glück kann ich nicht haben. So viel Schutz gibt es nicht.

Manchmal habe ich den absurden Gedanken, dass ich im Knast oder in der Klapse sicherer wäre. Festnehmen und einweisen lassen. Ist das eine Alternative zum Sterben? Nein. Keine geschlossenen Räume. Keine geschlossenen Räume. Wenn ich an den letzten Krankhausaufenthalt denke, zieht sich innerlich alles zusammen. Ausgeliefert in einem Bett. Verletzlich und vollgepumpt mit Medikamente. Nein, danke. Ich muss hier bleiben. Muss klar denken können. Tun, was ich tun kann. Immer mit der Stimme einer Stewardess im Hinterkopf „Please locate your nearest exit.“ Ich habe ein System. So schlecht kann es nicht sein. Noch bin ich hier. Opfer bin ich längst geworden. Aber das sind wir alle.

Ich weiß, dass du mitliest. Du verfolgst mich off- wie auch online. Aber ich bin auch dir auf der Spur, beobachte dich. Wie fühlt sich das an?

9. September 2013

Sie suchen mich. Diejenigen, die ich um Hilfe gebeten habe, fanden nach mir. Nach mir. Es ist lächerlich. Ihr macht es euch so verdammt einfach. Wenn ihr euren Fehler endlich einseht, ist es längst zu spät. Ihr werdet angekrochen kommen, es wird euch Leid tun, doch dann werde ich euch nicht mehr zuhören können. Es wird immer unwahrscheinlicher, dass ich das hier überlebe. Und wozu auch?

Mein einziger Überlebensdrang heißt Aufklärung. Ich habe nichts weiter, für das es sich zu leben lohnt, außer dieses eine Ziel. Investierte Jahre, um etwas ans Licht zu bringen, vor dem die Menschen die Augen verschließen. Aber das ist mein Job. Zumindest war er das einmal. Ihr enttäuscht mich. Ich dachte, wir wären aus dem selben Fleisch, hätten die selben Ideale. Auch in euch schlug mal ein investigatives Herz. Jetzt sind es Schrittmacher, die euch von einem Termin zum nächsten treiben. Bloß nichts riskieren. Lieber mit dem Finger auf andere zeigen. DU bist verrückt. Verrückt ist das, was ihr macht. Eine große Hilfe wäret ihr vermutlich eh nicht gewesen. Ihr mit euren veralteten Methoden. Ignorantes Pack! In Zeitungen wird heutzutage nur noch Fisch eingewickelt.

Es ist einmal mehr das Internet. Dabei wird es für mich immer schwerer einen Online-Zugang zu finden. Fandungsfotos. Fandungsfotos mit QR-Code. Die Maske. Der Tod. Dieses Gefühl im Nacken, das verrät, dass dort jemand ist. Ich bin ein verblasstes Chamäleon. Auf der Lauer und so unfassbar müde. Das schwarze Cape, ein Zipfel Sicherheit. Immer wieder diese Augen.

Du kriegst mich nicht. Ich mache weiter. Ich mache weiter bis das hier ein Ende hat. Das ist meine Geschichte. Ich will keinen Schrittmacher.

6. August 2013

Ich hatte keine Ahnung, was Angst war. Die wenigsten Menschen wissen, was kalte, nackte Angst bedeutet und wie sie sich anfühlt. Seien Sie froh. Seien Sie dankbar, wenn sie zu diesen Menschen gehören. Versuchen Sie nicht das zu ändern.

Angst ist mein Motor. Aus dem Verdeckten zu ermitteln, macht es mir nicht leicht, aber ich habe ein Täterprofil. Jeder Serienmörder geht nach einem Muster vor. In diesem Fall ist es offensichtlich. Die Polizei ist zu dämlich. Sie beschäftigt sich lieber mit Falschparkern und Auffahrunfällen. Alte Säcke, die von der digitalen Welt einen Furz verstehen, die denken man könnte das Internet abstellen, wenn man am Modem den On/Off-Knopf drückt. So leicht ist es leider nicht. Diese Hölle hat keinen Notausgang. Aber viele Schlüssel. Schlüssel, die umher fliegen wie Viren, sich überall niederlassen, uns die Atemwege verstopfen, uns ersticken lassen. QR-Codes sind überall, auf jedem Plakat, jeder Verpackung, jeder Werbung.

Schwarze und weiße Punkte, die für den einfachen Betrachter immer gleich aussehen, Neugier wecken. Ziel unbekannt. Sie sind das Tor von der realen in die digitale Welt. Jeder Idiot kann online QR-Codes generieren und jeder Idiot scannt wild drauf los. Ich sage Ihnen, QR-Codes sind beängstigend. Wie bei einer Flugzeugentführung landet man plötzlich dort, wo man nie hinwollte.

Scannen Sie keine QR-Codes. Was harmlos aussieht, führt in Welten, mit denen Sie nichts zu tun haben wollen. Seien Sie um Gottes Willen nicht so naiv. Wir wissen nicht, wie viel schon infiziert ist.

7. Juli 2013

Ich rede gegen eine Wand, werde aus Büros geschoben, abgewürgt, milde lächelnd herauskomplimentiert. Ein Therapeut würde mir zuhören, sagen sie. Ich brauche keinen Therapeuten, ich brauche Öffentlichkeit. Versteht denn hier keiner die Gefahr? Ich könnte ausrasten. Mir bleibt nur der Blog. Mir bleibt nur die Hoffnung, Sie auf diesem Wege zu erreichen. Öffentlichkeit. Helfen Sie mir. Teilen Sie diesen Blog. Und verdammt noch mal GLAUBEN SIE MIR.

Haben Ihnen Tempora und Prism noch nicht die Augen geöffnet? Jeder Mausklick, jede Google-Eingabe, jede besuchte Internetseite, jede E-Mail, jeder Chat, jeder Standort, jeder Anruf – Wer heraus finden will, wann Sie wo sind, waren oder sein werden, kriegt das hin. Was NSA und BND im großen Stil tun, ist auch für IHN ein Kinderspiel. Das hier hat noch größere Ausmaße als ein internationaler Überwachungsskandal. Er arbeitet mit QR-Codes. Ich hab den Mist gescannt und jetzt bin ich drin. Ich werde nicht tun, was er von mir verlangt. Nie im Leben. Jetzt soll ich dran glauben. Er meint es Ernst.

Es wird immer gefährlicher im Netz. Ich bin Ihretwegen noch hier. Mich hält die Hoffnung, euch hier zu erreichen. Im letzten Monat war mir das kaum möglich. Er hat versucht mich umzubringen. In meine eigenen vier Wänden. Eine Hand in meinem Nacken, Tritte in die Kniekehlen, Gas in meiner Lunge…

Was Medien und Mediziner als Suizid auslegten, war keiner.  Ich werde verfolgt. Das war kein Unfall, es war ein Mordversuch. Ich habe nur knapp überlebt. Ich weiß genau, wer dahinter steckt. Der einzige Grund, warum ich euch nicht mit der Nase drauf stoße, ist der, dass ich euch vor euch selbst schützen muss. Neugier und Leichtsinn würden Sie bitter bereuen. Der Mensch ist schwach.

Ich selbst bin Opfer meiner Schwäche geworden. Könnte ich, würde ich ihn gerne abstellen, den Drang zu Nachforschungen. Ich bin auf etwas gestoßen, das größer ist als ich. Doch es gibt keinen Weg zurück und ich muss mit den Konsequenzen leben. Leben. So kann man es kaum noch nennen.

Es war nicht leicht die verdammten Schläuche abzureisen. Was ist das für eine Flüssigkeit in dieser milchigen Plastikflasche? Sie fließt in meine Armbeuge. Das kann nicht gut sein. Da steckt ER dahinter. Im Krankenhaus sterben,  wundert niemanden. Das passiert täglich. Nachts ist jemand um mein Bett geschlichen. Man spürt Anwesenheit. Meine Sinne sind geschärft. Ich fühle mich nirgendwo sicher. Aus dem zweiten Stock kann man noch springen. In meine Wohnung kann ich nicht zurück.

Die Polizei hält mich für geisteskrank und lebensmüde. Verdammt noch mal, ich kann meine Zeit nicht verplempert. Ich habe das Smartphone auf die Straße gelegt und zugesehen, wie ein LKW drüber fuhr. Versuch jetzt mich zu finden, Arschloch! Neuer Aufenthaltsort. Ich muss noch vorsichtiger sein. Er hat seine Augen überall, weiß alles. Auch das Sie gerade diesen Blog lesen.